Historie

Das Parforcehorn ist ein Blechblasinstrument mit näherungsweise zylindrischer Röhre, die am Ende hin konisch in einen Schallbecher ausläuft.

Den Namen hat das Horn von der Parforcejagd erhalten. Parforcejagd bedeutet „durch Stärke jagen“  mit einer Hundemeute auf Rotwild, Sauen usw.

Die Parforcejagd wurde im 17.Jahrhundert besonders modern und dafür entwickelte man auch ein groß windiges Horn, das der Reiter über seine Schulter trug. Der Jägermeister des französischen Königs Ludwig XV.  Marquis des Dampierre schuf eine große Zahl von Kompositionen für die Jäger zu Pferd. Auf ihn führt man sogar das Orchesterhorn zurück. Nach Deutschland kam das Horn durch den böhmischen Grafen Sporck (1662-1738), der diese Musik am französischen Hof kennen gelernt hatte. Zunächst war das Parforcehorn nur einwindig gebaut und wurde später aber mehrwindig, die erste Entwicklungsstufe zum Konzerthorn.

Aus dem Mittelalter stammt der Brauch, am Hubertustag, dem 3. November, die Heilige Messe zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger, des heiligen Bischofs Hubertus, zu feiern. Statt Chor und Orgel übernahmen seit dem 16./17. Jahrhundert Metallhörner die liturgische Musik, derer man sich zu jener Zeit als Jagdleitinstrumente bediente. Die Melodien der traditionellen Hubertusmesse und vieler unserer Fanfaren und Märsche sind über 300 Jahre alt. Sie wurde meist mündlich überliefert und im improvisierten Satz vorgetragen. Ihre Hauptverbreitungsgebiete waren Frankreich und Belgien. Zu Ende des 19.Jahrhunderts entstanden dort auch geschriebene Fassungen, auf die wir gerne zurück greifen. Wir blasen das Parforcehorn in Es, dass nach dem französischen  (in D gestimmt) entwickelt wurde. Der Ton dieses Hornes ist dem des Konzertwaldhornes verwand, jedoch noch rau genug, um die Atmosphäre der Jagd wiederzugeben.

Der heilige Hubertus

Wurde vor allen durch die Legende bekannt, die davon spricht, dass er vor seiner Bekehrung an einem Karfreitag auf der Jagd war und durch einen Hirsch mit dem Kreuz im Geweih sein unrechtes Tun erkannte und bereute. Darauf geht seine Verehrung als Patron der Jäger, Schützen und Kürschner zurück. Sichere  Auskünfte gibt seine Lebensgeschichte: Hubertus wurde im Jahre 705 Bischof von Maastricht. Im Gebiet der Ardennen und in Südbrabant bemühte er sich um die Ausbreitung des christlichen Glaubens. Später verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich. Er starb 727.  Am 3. November 743 wurden seine Gebeine nach Andagium in den Ardennen überführt. Dieses Kloster trägt seitdem seinen Namen.